Pannermayr will negativer Zukunftsprognose die Stirn zeigen

18.12.2011 (jh) Oberbürgermeister Markus Pannermayr sieht optimistisch in die Zukunft. Beim Neujahrsempfang gesteht er wohl ein, dass auch an Straubing die demographische Entwicklung nicht spurlos vorbeigehen werde, doch mit einem guten Konzept, Leidenschaft und Begeisterung sowie eine Umsetzung, die von einer starken Gemeinschaft getragen wird, könne die Gäubodenstadt als Sieger hervorgehen. Über 400 Gäste waren am Freitagabend zum Jahresschlussempfang in den Rittersaal des Herzogsschlosses gekommen und ließen sich von Pannermayrs Optimismus anstecken.
Prognosen zufolge wird Straubing in den nächsten 20 Jahren um rund drei Prozent wachsen. Auf den ersten Blitz ließe sich davon ableiten, dass die Gäubodenmetropole von der Landflucht nicht betroffen sei. Doch weit gefehlt. In de Feinstruktur dieser Prognose wird nämlich deutlich, dass der Anteil der über 65-Jährigen um über ein Drittel steigen wird und die Senioren über die Hälfte der Bewohner Straubings ausmachen werden. Der Anteil der 16- bis 24-Jährigen dagegen schrumpft um runde 20 Prozent. Eine deutlich sinkende Geburtenrate und höhere Lebenserwartungen kennzeichnen die demographische Entwicklung der nächsten zwei Jahrzehnte. "Das erfordert von uns eine große Herausforderung" blickte Oberbürgermeister Markus Pannermayr nach vorne, denn er weiß, dass "der Wettbewerb um junge Köpfe dramatisch zunehmen werde." Wörtlich fügte er hinzu: "Unser Auftrag wird sein, Menschen für Arbeitsplätze gewinnen zu können."
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Bilder:
Oberbürgermeister Markus Pannermayr setzt auf die Leidenschaft und die Begeisterung einer starken Gemeinschaft, wenn es darum geht, das Konzept für die Zukunft zu realisieren. - Bürgermeister Hans Lohmeier hatte beim Empfang den Part "Begrrüßung" übertragen bekommen - Bürgermeisterin Stelzl überbrachte die Weihnachtsglückwünsche.
Fotos: Haas |
Pannermayr warnte davor, auf der Suche nach Lösungswegen die Konzepte der Metropolen zu kopieren. "Wir können mehr Lebensqualität bieten", hob er hervor. Doch es reiche nicht aus, dies zu wissen, sondern nun müsste dieses Erkenntnis auch in die Köpfe gebracht werden. Zur Attraktivität Straubings zählt das Stadtoberhaupt ein ausreichendes Betreuungsangebot für Kinder unter drei Jahren, Baugebiete für junge Familien, Schritt für Schritt die Donau im Stadtgebiet attraktiver zu machen. Das allein reicht aber für Pannermayr nicht aus, im Wettbewerb bestehen zu können, denn auch andere Kommunen würden den Großteil davon auch forcieren.
"Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal" sieht der Oberbürgermeister als wichtigsten Aspekt in einem Zukunftskonzept. Und da habe Straubing als Region der Nachwachsenden Rohstoffe in den letzten Jahren schon die Weichen gestellt. Die Energiewende ist für Pannermayr "in den Köpfen der Menschen unumkehrbar fixiert". Und davon könne Straubing profitieren, "die Zukunft der Heimat zu sichern". Mit der jüngsten Entscheidung in München, 37 Millionen Euro für den Standort Straubing - unter anderem für das Wissenschaftszentrums und die Fraunhofer Projektgruppe bereitzustellen, unterstreiche dies. Eine der Kernaufgaben der Zukunft werde sein, Energie speichern zu können. Und auch hier ist die Gäubodenstadt bei der Forschung mit ihm Boot.
"Wenn wir die jungen Leute hier halten wollen, dann müssen wir auch hochqualifizierte Arbeitsplätze für die Studenten schaffen", sieht Pannermayr als einen wichtigen Ansatz, der Prognose entgegenzuwirken. Das Kompetenzzentrum und das Industriegebiet Straubing-Sand mit dem BioCampus und dem Hafen trage jetzt schon dazu bei, dass Unternehmen wie die Süd-Chemie hier gute Standortvorteile sieht.
Die Rahmenbedingungen sind für Pannermayr bereits sehr gut aufgestellt. Das Konzept der Stadt, welches sie im Sommer auch der Bayerischen Staatsregierung vorgelegt hatte und bei der Entscheidung für den Geldsegen "Wissenschaftszentrum" den Ausschlag gab, zeugt nach Ansicht des Stadtoberhaupts von hoher Qualität. Beim Blick nach vorne müsse jetzt mit Leidenschaft und Begeisterung dieses Konzept umgesetzt werden. Pannermayr gab sich am Freitagabend sicher, dass eine starke Gemeinschaft daran beteiligt sein werde, denn "wenn es darauf ankommt, halten die Straubinger zusammen".
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