Fachberatung für Fischerei des Bezirks Niederbayern wird 100

21.07.2010 (ra) Die Fachberatung für Fischerei des Bezirks Niederbayern feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Am 15. August 1908, also vor knapp 102 Jahren, wurde das Bayerische Fischereigesetz erlassen. Und um dieses Gesetz mit Leben zu füllen, wurden die Kreise, die Vorläufer der heutigen Bezirke, angewiesen, Fischereisachverständige zu bestellen. Diese Kreiswanderlehrer hatten die Aufgabe, die Fischerei in ihrer gesamten Breite zu fördern.
Die erste Dienstanweisung forderte, auf „die Hebung und gedeihliche Entwicklung der Fischerei“ hinzuwirken. Der erste Kreiswanderlehrer in Niederbayern war Dominik Streibl. Er ging ab 1. September 1910 auf Wanderschaft. So wie sich das Fischereigesetz entwickelt hat und neuen Erfordernissen angepasst wurde, haben sich auch die Aufgaben der Fischereisachverständigen gewandelt und erweitert. Stand früher die Förderung der Fischproduktion im Vordergrund, so hat die Erhaltung der Artenvielfalt in den Gewässern sowie die Gutachter- und Sachverständigentätigkeit wesentlich an Bedeutung gewonnen. Aus dem Kreiswanderlehrer oder „Wanderprediger“ wurde so ein Experte für Umwelt und Wasser.
Mit einem Festakt am 16. Juli 2010 im Fischereilichen Lehr- und Beispielsbetrieb Lindbergmühle feierte der Bezirk das Jubiläum. Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein wies in seiner Begrüßung der zahlreichen Gäste darauf hin, dass sich die Fischereifachberatung seit nunmehr einem Jahrhundert vehement dafür einsetzt, „Niederbayerns vielfältige, artenreiche Kulturlandschaft zu bewahren, die heimischen Fischgewässer und Fischbestände zu schützen und damit zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts beizutragen“.
Helmut Brunner, Bayerns Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, dankte der Fischereifachberatung für ihren „unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft“. Der Staat allein könnte „sich nicht so für die regional unterschiedliche Fischerei einsetzen, wie es die Bezirke tun. Aus diesem Grund“, so Brunner, „ist die Arbeit der Bezirke seit 100 Jahren unverzichtbar und wird es auch in Zukunft sein!“ Auch Dietmar Franzke, Präsident des Fischereiverbandes Niederbayern, gratulierte. Er unterstrich die „sehr enge und fruchtbare Zusammenarbeit“ zwischen der Fachberatung für Fischerei, dem Fischereiverband und seinen Mitgliedsvereinen. „So haben wir heuer beispielsweise das Artenhilfsprogramm für im Bestand bedrohte Fischarten, wie Nase, Rutte und Huchen, wieder sehr eng mit der Fachberatung abgestimmt. Gerade für die Rutte“, so Franzke, „war und ist der Lehr- und Beispielsbetrieb Lindbergmühle ein wichtiger Produzent und Ratgeber für unsere Gewässerbewirtschafter.“
Dipl.-Ing. Josef Hoch, Leiter der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Niederbayern, meinte in seiner Festrede, dass die Fischereifachberatung „trotz ihres hohen Alters von 100 Jahren nichts von ihrer Strahlkraft verloren“ hat. Im Gegenteil: Nach wie vor ist es Kernaufgabe des Fischereifachberaters, „die niederbayerische Fischerei zu fördern und weiterzuentwickeln.“ Allerdings hat sich das Aufgabengebiet erheblich erweitert. „Ein riesiges Aufgabengebiet“, so Hoch, „ist die Sachverständigentätigkeit im Wasserrecht.“ Auch für die Zukunft erwartet Hoch keine Entlastung. „Im Gegenteil: Wir werden zukünftig noch stärker gefordert. Die kollegiale Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Fischerei, in anderen Institutionen und Behörden wird aber sicher manches ermöglichen.“
Bild
von links: Dipl.-Ing. Josef Hoch, Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein, Staatsminister Helmut Brunner, Fischereiverbandspräsident Dietmar Franzke und Peter Aschenbrenner, Leiter des Fischereilichen Lehr- und Beispielsbetriebs Lindbergmühle
Foto: Bezirk Niederbayern
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